Rassismus im Netz: Ein Fallbeispiel

Miteinander leben und miteinander umgehen sollte in der heutigen Zeit nicht unter dem Schlagwort Rassismus wiederzufinden sein. Dennoch passiert es noch sehr häufig, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens rassistischen Beleidigungen ausgesetzt sind. Nicht selten ist auch das Internet davon betroffen. Gerade die Anonymität verleitet Nutzerinnen und Nutzern oft zu fremdenfeindlichen Kommentaren. Der Grund: Im Netz befürchtet man weniger Konsequenzen.

Kürzlich musste sich der deutsche Handels- und Dienstleistungskonzern Otto mit dem Thema auseinandersetzen. Ein rassistischer Kunden-Kommentar erreichte die Mitarbeiter der Otto Group vor wenigen Tagen. Eine Kundin äußerte sich über ein dunkelhäutiges Model mit folgendem Tweet via Twitter: „ES WIDERT MICH NUR NOCH AN. Da will man ein Kundenkonto eröffnen, klickst entsprechend, glotzt mich Afrika an! ICH WILL DAS NICHT MEHR SEHEN MÜSSEN! Das ist nicht unsere Gesellschaft, dass ist die Gesellschaft die wir werden sollen. OHNE MICH!@otto_de find ich scheiße…“.

Reaktion zeigen und Haltung einnehmen

Der Konzern reagiert prompt und antwortet: „ES WIDERT UNS AUCH AN. Da will man Twitter öffnen, klickt entsprechend, glotzt uns erneut so ein absurder Tweet an! WIR WOLLEN DAS AUCH NICHT MEHR SEHEN MÜSSEN! Das ist nicht unsere Gesellschaft. OHNE UNS!“. Symbolisch für Vielfalt und gegen Rassismus postet der Konzern am Ende des Tweets die Regenbogenflagge. Diese versteht sich im Kontext als Zeichen für Toleranz, für Vielfalt und gegen Rassismus. Viele solcher antirassistischen Kampagnen finden Raum in allen gesellschaftlichen Bereichen. Das Wiedererkennungszeichen: bunten Farben in allen Formen. Besonders junge Menschen setzen ein Zeichen gegen Ausgrenzung. In Dortmund wurde beispielsweise eine Bahn von Schülerinnen und Schülern in Regenbogenfarben umgestaltet. Eine starke Positionierung gegen Hass und Ausgrenzung.

Ein gutes Community Management ist für Unternehmen bei solchen Vorfällen unabdingbar. Es ist wichtig, eine Haltung einzunehmen, um Kunden, Mitarbeiter und Partner vor solchen Angriffen zu schützen. Otto hat in diesem Zuge richtig gehandelt und durch ein gutes Community Management eine starke Position eingenommen.