DEICHMANN vergibt Förderpreis

Hamburger Verein „Gefangene helfen Jugendlichen e.V.“ als Landessieger des DEICHMANN-Förderpreises ausgezeichnet.

„Gefangene helfen Jugendlichen e.V.“ wurde 2001 als gemeinnütziger Verein gegründet und ist seit 2005 als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt, der mit Personen zwischen 12 und 21 Jahren zusammenarbeitet, die am Rande einer kriminellen Laufbahn stehen oder bereits straffällig geworden sind. Die Angebote werden durch die Unterstützung von ehemaligen und noch inhaftierten Strafgefangenen durchgeführt. Damit verfolgt der Verein nicht nur das Ziel der Prävention von Kriminalität, sondern auch die Resozialisierung und Wiedereingliederung dieser Randgruppe in die Gesellschaft. Finanziert wird er größtenteils durch Spenden und Zuwendungen durch Stiftungen sowie durch Einnahmen der durchgeführten Maßnahmen und öffentlichen Zuschüssen. 15 Mitarbeiter konnten innerhalb der letzten 12 Monate 2.200 Kindern und Jugendlichen helfen. „Die präventive Arbeit mit Jugendlichen in Verbindung mit der Resozialisierung ehemaliger Strafgefangener ist ein tolles Beispiel für eine klassische Win-Win Situation. Dieses Projekt macht Mut“, lobte Thomas Bressau, Referent für Wettbewerbe, in seinem Grußwort den Verein. Zusammen mit Benjamin Kolthoff, Leiter des Projektbüros DEICHMANN-Förderpreis, überreichte er eine Urkunde sowie das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Seit 13 Jahren engagiert sich DEICHMANN für die berufliche Integration von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Ausgezeichnet werden Initiativen, die auf verschiedenen Ebenen helfen, Kinder und Heranwachsende in Beruf und Gesellschaft einzugliedern. Der Preis hat u.a. Projekte im Blick, die Menschen mit Migrationshintergrund helfen. Ausgezeichnet werden Projekte, die nachhaltig und kreativ mithelfen, jungen Menschen den Weg ins Berufsleben zu ebnen.

 Voneinander profitieren

Wird Jugendkriminalität beobachtet, können verschiedene Ursachen wie Bildungsarmut oder Perspektivlosigkeit festgestellt werden, die Jugendliche zu kriminellen Handlungen veranlassen. Werden diese als Taten betrachtet, die auf den eben genannten Ursachen beruhen, so müssen Jugendliche im Bereich von Bildung und Freizeitgestaltung gefördert werden. Stattdessen werden sie gesellschaftlich oft stigmatisiert. Ebenso wie Haftentlassene werden sie so zu einer Randgruppe, denen die gesellschaftliche Teilhabe verwehrt wird. Dies wiederum hat zur Folge, dass weitere Straftaten begangen werden. „Gefangene helfen Jugendlichen e.V.“ setzt genau an dieser Stelle an: Da die (ehemaligen) Inhaftierten ähnliche Lebensgeschichten aufweisen, wirken sie besonders authentisch auf Jugendliche, da sie vielleicht zum ersten Mal nicht (vor)verurteilt, sondern auch verstanden werden. So können die Strafgefangenen zu Vorbildern werden, die es geschafft haben, ihr Leben in den Griff zu kriegen und kriminellem Verhalten den Rücken zu kehren.

Dieser Ansatz ruht auf der kognitiven Lerntheorie des Modelllernens, bei der das Verhalten von Vorbildern beobachtet und im Idealfall imitiert wird. „Gefangene helfen Jugendlichen e.V.“ hat ein „Projekt-Portfolio“ geschaffen, das sich auf verschiedene Säulen stützt und einen gesamtgesellschaftlichen Mehrwert schafft. Dazu gehören Besuche von Justizvollzugsanstalten, Schulpräventionsunterrichte, multimodale Anti-Gewalt-Trainings und pädagogisches Boxen. Außerdem organisieren die Initiatoren Deeskalationstrainings sowohl für Jugendliche als auch für Mitarbeitende in Jugendhilfeeinrichtungen, in denen Handlungsmöglichkeiten für gefährlichen Situationen erarbeitet werden, und Multiplikatorenveranstaltungen für Interessierte im Jugendhilfebereich, die Interventionsperspektiven erweitern sollen.

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