Individualisierung vs. Personalisierung

Wer kennt es nicht: Man kauft online neue Stiefel und bekommt direkt eine Werbeanzeige für ähnliche Schuhe angezeigt. Wir alle werden täglich mit personalisierter Werbung konfrontiert. 53% der Deutschen lehnen diese Art von Marketing aber immer noch ab. Was der Unterschied zwischen Personalisierung und Individualisierung ist und warum personalisierte Werbemaßnahmen in Zukunft trotzdem wichtiger werden, erfährt ihr heute auf unserem P.U.N.K.T. PR Blog.

Daten sammeln für die Individualisierung

Personalisierung von Marketingmaßnahmen beginnt schon, indem man bei einer Email den Empfänger nicht mit „Lieber Kunde“, sondern direkt mit seinem Namen anspricht. Dazu benutzen Unternehmen personenbezogene Daten. Individualisierung geht dabei sogar noch einen Schritt weiter: Dort werden Interessen, Hobbys und Bedürfnisse des Kunden mit in die Werbung eingebaut. Um die dafür benötigten Informationen über die Kunden zu sammeln, setzen die Unternehmen Webtracking ein.

Von Werbung zu Information

In einem Interview mit dem W&V-Magazin erklären verschiedene Experten, warum sie individuelle Werbung trotz der Datensammlung wichtig finden – egal ob für die Zukunft des Marketings oder auch für die Kunden. Ihrer Meinung nach hat unbeliebte Werbung die Chance zur interessanten Information für den Kunden zu werden, indem sie relevant ist und über starke Kanäle ausgespielt wird. Durch diese Mischung entsteht auch ein nachhaltiger Werbeerfolg. Mit Individualisierung bekämpfen sie außerdem den Ansturm an Werbung, der durch das Internet stetig wächst. Den Kunden muss „die richtige Message genau zur richtigen Zeit auf das richtige Device“ geliefert werden, meint Elisabeth Lux, Expertin für Empfehlungssysteme. Dazu müssen viele Daten gesammelt werden. Künstliche Intelligenz hilft dabei. Außerdem werten die Bots die Daten zu Verhalten, Interessen und Lebensrealität der Kunden aus und schneiden das Werbeangebot passend zu.

Das Netflix-Prinzip

Um die Kunden durch diese extrem personalisierten Anzeigen dann nicht zu verschrecken, sollte man immer die Transparenz sicherstellen. So haben User das Gefühl, die Kontrolle zu behalten, wenn man ihnen erzählt, woher man gewisse Informationen und Vorschläge bezieht. Beispielsweise: Das Produkt wurde ihnen empfohlen, weil sie das andere gekauft haben. Auch Netflix geht nach diesem Prinzip vor, wenn einem nach dem Staffelfinale von Serie A, die dazu passende erste Folge von Serie B vorgeschlagen wird.