Die Hallen der Messe Hamburg sind wieder leer, die Eindrücke verarbeitet. Drei Wochen nach der OMR 2026 blicken wir bei PUNKT PR gemeinsam auf ein intensives Festival zurück. Wir haben bei vier Kolleginnen und Kollegen nachgefragt, welche Learnings, persönlichen Highlights, aber auch Lowlights sie von der diesjährigen OMR mitgenommen haben.
Volles Haus bei der eigenen Masterclass
Für PUNKT PR war die diesjährige OMR ein Meilenstein. Zusammen mit Beate Kiep von Landau Media standen wir mit einer eigenen Masterclass auf der Bühne: „Warum PR niemand mehr braucht – wenn sie so bleibt, wie sie ist“. Das Ziel: Den Abschied von veralteter Versandlogik einzuläuten und den Fokus auf strategische Beziehungsgestaltung im KI-Zeitalter zu legen.
Geschäftsführer Benjamin Kolthoff blickt mit viel Stolz auf das Event zurück: „Wir haben auf der OMR unser neues Tool Headlinq gelauncht, ein echter Gamechanger für die PR-Branche. Die Masterclass bot die perfekte Bühne, um dieses System live vorzustellen.“ Trotz langjähriger Branchenerfahrung war die Nervosität vor dem Start spürbar. „Vor der Intro hat man meine Anspannung sicher gemerkt“, gibt Benjamin offen zu. „Aber ich bin schnell in den Flow gekommen. Am Ende hat es riesigen Spaß gemacht, unsere Vision als echte Story zu erzählen.“ Das Feedback gab dem Ansatz recht: Ein voll besetzter Track, hochgradig interessiertes Publikum, starker Dialog bei den Nachfragen und eine Welle an positiven Rückmeldungen im Nachgang auf LinkedIn.
Diversity, Kultur und Performance-Marketing
Philomena suchte gezielt nach gesellschaftlichen Diskursen. Auf ihrer Agenda standen Sessions wie „Career as an anti-influencer“ mit Sophie Passmann, „Creator Burnout: Strategies for sustainable Creatives“ sowie Panels zu digitaler Gewalt gegen Frauen mit der Organisation HateAid.
Ihr persönliches Highlight war die inhaltliche Weiterentwicklung der Messe selbst: „Die OMR ist kein reines Social-Media-Festival mehr. Sie setzt sich inzwischen stark für Diversity- und Inklusions-Themen ein. Die gesellschaftskritischen und feministischen Vorträge waren allesamt super inspirierend.“ Kritisch merkte sie an, dass die kurzen Slot-Zeiten von 15 bis 20 Minuten auf den großen Stages komplexen gesellschaftlichen Themen oft nicht die nötige Tiefe erlaubten.
Auf geschäftlicher Ebene überraschte Philomena die Masterclass von More Nutrition. Dass eine so große Brand fast ohne klassisches Werbebudget außerhalb von Influencer-Kooperationen auskommt und auch dort rein auf einer 10-prozentigen Provisionsbasis ohne Fixgagen arbeitet, lieferte interessante Perspektiven – auch wenn sie die Marke und die dahinterstehende Strategie persönlich eher kritisch sieht.
Organisation, AI-Trends und kreative Freiheit
Julia erlebte die OMR als inspirierenden Marathon, bei dem man oft spontan an den spannendsten Ecken hängengeblieben ist. Ihr persönliches Highlight fand abseits der Tech-Vorträge statt: Der gemeinsame Auftritt von Elmo und Susanne Daubner am ARD-Stand zu Elmos neuem Podcast. Weniger begeistert war Julia von den organisatorischen Abläufen der Masterclasses: „Es war schon schwierig, im Vorhinein einen Platz zu bekommen, und dann wurden die Classes auch noch überbucht. Wenn man nicht 15 Minuten vorab da war, ist man teilweise nicht mehr hereingekommen.“
Fachlich nahm Julia vor allem die allgegenwärtige KI-Entwicklung wahr. Für den Agenturalltag zieht sie ein klares Fazit beim Thema Influencer Relations: „Es ist wichtig, Creator:innen bei Briefings und der Contenterstellung Freiheiten zu lassen und auf ihr Know-how über ihre Zielgruppe zu vertrauen. So werden auch der Content und die Performance besser.“
Professionelles Eigenmarketing und Rezos Vision
Sarah besuchte unter anderem die Masterclass des ZDF zu Sportdokumentationen sowie die Session „Next Evolution: Agentic Influencer Marketing“ von Rezo. Letztere war auch ihr absolutes Highlight: „Es ist spannend, wie durchdacht sein Influencer-Marketing-Tool ist und wie konsequent er das Thema in Richtung KI, Daten und nächste Entwicklungsschritte weiterdenkt.“
Einen kritischen Blick wirft Sarah auf die allgemeine Dynamik des Festivals: „Die OMR funktioniert stark als Bühne fürs reine Eigenmarketing. Das Learning steht dadurch teils hinten an, weil es sehr stark darum geht, sich selbst, die eigene Marke oder das eigene Produkt möglichst wirkungsvoll zu inszenieren.“
Dennoch nimmt sie eine klare Haltung für die tägliche Kundenberatung mit. Themen wie Künstliche Intelligenz, Influencer-Marketing und die Evolution der Creator Economy bestimmen die Agenda der kommenden Monate. Für PUNKT PR sieht sie hier eine klare Chance: „Es ist wichtig, Branchentrends nicht nur zu beobachten, sondern aktiv für die eigene Arbeit zu übersetzen. Gerade weil wir über klassische PR hinaus arbeiten, können wir uns so einen Vorsprung verschaffen.“
Was bleibt? Unser Fazit für die Praxis
Was wir von der OMR 2026 mitnehmen: PR befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Künstliche Intelligenz verändert Abläufe grundlegend, die Anforderungen an Geschwindigkeit und Präzision in der Kommunikation steigen deutlich, und starke Marken entstehen längst nicht mehr durch Reichweite allein, sondern durch relevante Geschichten und echte Beziehungen. Genau hier sehen wir unsere Aufgabe bei PUNKT PR: Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, sie sinnvoll für unsere Kund:innen zu nutzen und Kommunikation konsequent zukunftsfähig zu gestalten.