Pressefreiheit in der Corona-Krise

Tageszeitungen, Schlagzeilen und Nachrichten: Mithilfe ihrer Berichterstattung leisten Medien einen Beitrag dazu, dass sich die Bevölkerung eine Meinung zu politischen und gesellschaftlichen Themen bilden kann. Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Menschen neben allgemeinen Geschehnissen auch über Verfehlungen und Missstände aufzuklären. Dafür ist es unerlässlich, dass sie die freie Möglichkeit der Recherche und Meinungsäußerung haben. Denn wenn Medien nicht über Unrecht, Korruption oder Machtmissbrauch berichten können, findet keine freie Meinungsbildung und „kein friedlicher Ausgleich von Interessen“ statt. Nichtsdestotrotz bestehen weltweit eklatante Unterschiede in der Pressefreiheit. Heutzutage existiert eine Vielzahl an Ländern, in denen Medien zensiert und unterdrückt werden.

Pressefreiheit als Basis einer demokratischen Gesellschaft

Jeder Journalist, egal in welchem Land, muss das Recht haben, frei berichten zu können und das ohne Angst auf Konsequenzen. Immer offenkundiger wird von Diktaturen oder autoritären Regimes versucht, unabhängige Informationen zu unterdrücken und ihre eigene Weltsicht durchzusetzen. Dies trifft insbesondere in China, Saudi-Arabien und Ägypten zu. In diesen drei Ländern werden weltweit die meisten Journalisten aufgrund ihrer Arbeit verhaftet. Folglich leben zunehmend mehr Journalisten in ständiger Angst vor Angriffen, aufgrund der zunehmenden Gewalt ihnen gegenüber. Auch demokratisch gewählte Präsidenten können Feindseligkeit bis hin zu offenem Hass gegenüber Medienschaffenden schüren, wie die derzeit führenden Politiker der USA und Brasiliens veranschaulichen.

Pressefreiheit in Zeiten von Corona

Corona – eine Krise, die die Welt aus den Angeln hebt. Wie große Teile der Weltbevölkerung sind auch Journalisten aufgrund von Ausgangsbeschränkungen und Homeoffice in ihrer Arbeit eingeschränkt. Die Digitalisierung hält auch im Journalismus verstärkt Einzug: Dort, wo sie vor ein paar Monaten noch vor Ort recherchieren konnten, sind Kontakte und Gesprächspartner heute meist nur telefonisch oder per Video-Anruf erreichbar.

Auch der Versuch mancher Regierungen, die Berichterstattung über die Pandemie zu manipulieren oder selbst Fake News zu verbreiten, um das Ausmaß dieser zu verschleiern wird von „Reporter ohne Grenzen“ verstärkt beobachtet. Journalisten würden in ihrer Arbeit behindert, angegriffen, verhört und sogar festgenommen. „Angesichts der dramatischen Entwicklungen weltweit müssen die Menschen in der Lage sein, sich aus vielfältigen Quellen zu informieren und das Handeln der Behörden auch kritisch zu hinterfragen“. – So Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen.