Umdenken bei BMW

Durch die Entwicklung von Elektroautos, wie i3 und i8, steht BMW an der Spitze im Öko-Ranking der Automobilbranche. Dieses gefestigte Image wird jetzt in Frage gestellt durch die Ankündigung eines Riesen-SUV-X7 sowie einer pompösen Limousine. PUNKT PR will heute in seinem Blog diese Entwicklung Untersuchen:

Auf der Automesse in Peking präsentierte BMW ein elegantes Model als Stilvorlage, die eventuell für den nächsten 7er oder möglichen 9er gelten kann. Pluspunkte gibt’s klar für Ambiente und Ausstattung. Laut Angaben von BMW-Planerin Hildegard Wortmann, ist wegen der wachsenden Nachfrage im Preissegment zwischen 150.000 und 250.000 Euro, durchaus noch Platz für einen BMW.

Mit dem X7 geht man offensiv im Bereich SUV vor. Ein 7-Sitzer mit über fünf Meter Länge könnte ein ernst zunehmender Konkurrent für die etablierten Modelle werden. Die Nachfrage nach SUVs ist derzeit so groß, dass jeder vierte weltweit verkaufte BMW ein X-Modell ist. So erhofft man sich vor allem in den USA, in China und in Russland beste Absatzchancen. BMW will das neue Modell in seinem Werk in Spartanburg im US-Staat South Carolina bauen. In den nächsten Jahren sollen dort 730 Millionen Euro investiert werden, um die Jahreskapazität von derzeit 300.000 auf 450.000 Fahrzeuge aufzustocken. Der größte BMW-SUV kommt dann aus dem größten BMW-Werk.

Kann so viel Gegensätzlichkeit gut gehen? Lässt sich ein Image derart dehnen, ohne Schaden zu nehmen? „Das funktioniert durchaus, denn BMW steht für teure, technisch hochwertige und hedonistische Autos“, sagt Stephan Urlings, Diplompsychologe und Geschäftsführer des unabhängigen Marktforschungsinstituts Rheingold gegenüber Spiegel-Online. „So lange BMW diesen Prinzipien treu bleibt, können die Autos sehr groß oder sehr klein sein, das Image wird darunter nicht leiden.“

Der Wunsch nach Wachstum treibt BMW an. Doch für die Zukunft sollte das noch ausbaufähige „Project i“ nicht in Vergessenheit geraten. Die BMW i-Modelle sind für die meisten Kunden zum gegenwärtigen Zeitpunkt finanziell nicht vertretbar. Man muss aus ökologischer Sicht „Gas geben“, um auch hier eine Lösung zu finden. Auf diese Weise könnte man auf globaler Ebene durch unterschiedliche Entwicklungen unterschiedliche Kunden erreichen. Der Slogan „Freude am Fahren“ würde somit weltweit an Präsenz gewinnen.