70 Jahre NUK

Wie eine zahnmedizinische Idee die Babywelt veränderte – die Geschichte einer besonderen Schnullerform

Zeven, 30.06.2026 – Das Saugbedürfnis von Babys ist weit mehr als ein Beruhigungsreflex. Saugen gehört zu den wichtigsten natürlichen Bewegungsabläufen in den ersten Lebensmonaten und steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung von Zähnen, Kiefer und Gaumen. Deshalb beschäftigt Fachleute seit Jahrzehnten eine zentrale Frage: Wie muss ein Schnuller gestaltet sein, damit er die natürliche Entwicklung eines Babys möglichst wenig beeinflusst?

Diese Frage stand bereits Ende der 1940er-Jahre im Mittelpunkt der Arbeit der Zahnmediziner Prof. Dr. Dr. Wilhelm Balters und Dr. med. dent. Adolf Müller. Sie beobachteten, dass gestillte Kinder deutlich seltener Zahn- und Kieferfehlstellungen entwickelten, und führten dies unter anderem darauf zurück, dass sich die mütterliche Brust beim Stillen den anatomischen Gegebenheiten im Mund des Babys anpasst. Daraus entstand die Idee, einen Sauger zu entwickeln, der diese natürlichen Bedingungen möglichst genau nachbildet: asymmetrisch geformt und der mütterlichen Brust nachempfunden. Aus dieser Innovation entstand 1956 die Marke NUK – „Natürlich Und Kiefergerecht“.

Dass die Form eines Schnullers bis heute eine entscheidende Rolle spielt, legen wissenschaftliche Erkenntnisse der portugiesischen Universität Minho nahe. Mithilfe eines detaillierten Computermodells des kindlichen Mundraums untersuchte ein Forscherteam verschiedene Schnullerformen. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die untersuchten, kiefergerecht gestalteten NUK Schnuller im Vergleich zu den weiteren in der Studie analysierten Schnullermodellen geringere Kräfte auf den Gaumen ausüben und den Druck gleichmäßiger verteilen können.1 Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit einem Grundgedanken, der NUK seit 70 Jahren begleitet: Babyprodukte sollten sich möglichst an den natürlichen Bedürfnissen und Entwicklungsprozessen von Kindern orientieren.

70 Jahre Innovation im Wandel der Zeit

Wie sich der Anspruch an Babyprodukte verändert hat, zeigt ein Blick in die Unternehmensgeschichte von NUK:

Zur Zeit des Babybooms in den 1950er Jahren wurden Babys häufig mit der Flasche ernährt, während Kinder ihr natürliches Saugbedürfnis häufig durch Daumenlutschen oder Stofftücher befriedigten – nicht selten mit Folgen für die Entwicklung von Zähnen, Kiefer und Sprache. Über Hebammen und Kliniken brachte NUK die Schnuller in die Familien und etablierte damit eine bedürfnisgerechte Alternative, die Eltern im Alltag unterstützte und Kindern eine neue Möglichkeit bot, ihrem natürlichen Saugbedürfnis nachzugehen.

In den 1960er-Jahren veränderten die Einführung der Antibabypille und neue Möglichkeiten der Familienplanung die Rolle von Elternschaft grundlegend. Gleichzeitig stiegen die Ansprüche an Babyprodukte. Da Säuglingsnahrung zunehmend aus Milchpulver zubereitet wurde, entwickelte NUK Babyflaschen mit breiter Öffnung für ein einfacheres Befüllen und ergänzte diese später um Schraubverschlüsse für eine sichere Handhabung und den Transport. Als in den 1970er-Jahren das Stillen wieder an Bedeutung gewann, erweiterte NUK sein Sortiment um Stillprodukte wie Brusthütchen zum Schutz empfindlicher Brustwarzen.

In den 1980er-Jahren rückte die Unterstützung von Eltern im Alltag noch stärker in den Fokus. Stilleinlagen und elektrische Milchpumpen erleichterten das natürliche Stillen, während Babyzahnbürsten, Beißringe und weitere Produkte Familien in wichtigen Entwicklungsphasen ihrer Kinder unterstützten. Gleichzeitig führte NUK Silikon als neues Material für Sauger und Schnuller ein. Im Vergleich zu Latex ist Silikon besonders geruchs- und geschmacksneutral sowie formstabil und langlebig. Eigenschaften, die bis heute geschätzt werden.

Neue anthropologische Erkenntnisse zeigten in den 1990er-Jahren, dass für die Entwicklung von Mund, Kiefer und Zähnen nicht nur die Form eines Saugers entscheidend ist, sondern auch dessen Größe. NUK reagierte darauf mit dem weltweit ersten mitwachsenden System für Sauger und Schnuller, das auf unterschiedliche Entwicklungsphasen und Altersstrukturen abgestimmt wurde. Gleichzeitig unterstützten neue Produkte wie auslaufsichere Trinklernflaschen Kinder dabei, früh selbstständig zu trinken. Kontinuierliche Verbesserungen in Entwicklung, Technologie und Qualitätskontrolle sorgten dafür, dass bestehende Produkte fortlaufend weiterentwickelt wurden. Mit ersten Design-Editionen hielt zudem eine stärkere Individualisierung Einzug in das Sortiment.

Auch im neuen Jahrtausend entwickelte NUK sein Angebot kontinuierlich weiter und erschloss zusätzliche Produktbereiche. So ergänzte 2010 ein spezieller Babyflaschenreiniger das Sortiment und unterstrich den Anspruch, Familien nicht nur beim Saugen und Trinken, sondern im gesamten Alltag mit Babys zu begleiten.

70 Jahre Erfahrung – weitergedacht für die nächste Generation

Heute bündelt NUK seine Erfahrungen aus Forschung, Entwicklung und dem Austausch mit medizinischen Fachkräften in modernen Produktreihen wie NUK First Choice und NUK Perfect Match.

Mit dem neuen NUK Perfect Match Air stellt die Marke 2026 die nächste Generation ihrer Schnuller vor. Entwickelt wurde er mit dem Ziel, eine besonders hohe Luftzirkulation an der empfindlichen Babyhaut zu ermöglichen und dabei, wie alle NUK Schnuller sanft zu Zähnen, Kiefer und Gaumen zu sein.1 Verfügbar ist der Schnuller für Babys im Alter von 0 bis 36 Monaten.

Der NUK Perfect Match Air steht damit in einer langen Tradition von Produkten, die stets vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse und veränderter Anforderungen von Familien entstanden sind. Was in den 1950er-Jahren mit einem Schnuller begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte parallel zu gesellschaftlichen Veränderungen, neuen Lebensmodellen und den Bedürfnissen verschiedener Elterngenerationen weiter.