Warum das zweite Leben der Batterie für die Ladeinfrastruktur wichtig wird
Oldenburg, 18. Februar 2026. Wie nachhaltig ist ein E-Auto wirklich? Diese Frage beschäftigt viele Verbraucherinnen und Verbraucher – und damit auch die öffentliche Debatte. Oft stehen dabei Reichweite oder der CO₂-Ausstoß in Produktion und Betrieb im Mittelpunkt. Tatsächlich entscheidet sich die Klimabilanz eines Elektroautos jedoch im Zusammenspiel zahlreicher Faktoren: von Batterie und Strommix über Ladeinfrastruktur und smarte Charging-Lösungen bis hin zu Herstellung, Nutzung und Lebensdauer des Fahrzeugs.
Zum internationalen Tag der Batterie am 18. Februar stellt sich die Frage, wie sich Lebensdauer und eingesetzte Rohstoffe möglichst lange in einem Kreislaufsystem halten lassen – und was mit der Batterie geschieht, wenn sie im Fahrzeug an Leistungsfähigkeit verliert und ersetzt werden muss. Für Ladeinfrastrukturbetreiber wie EWE Go sind diese Entwicklungen entscheidend, um Ladeparks sinnvoll in ein zukunftsfähiges Energie- und Ressourcensystem einzubinden.
Wenn Antriebsbatterien zu Stromspeichern werden
Nach rund acht bis zehn Jahren im Fahrzeug oder ab etwa 1.000 Ladezyklen nimmt die Kapazität von Traktionsbatterien ab. Die Akkus bleiben aber oft weiterhin funktionsfähig. In vielen Fällen kommen sie dann als stationäre Speicher zum Einsatz, etwa zur Zwischenspeicherung von Solarstrom, zur Netzstabilisierung oder als Puffer an Ladeparks. Solche Speicher können Lastspitzen an Schnellladestandorten abmildern und mehr erneuerbare Energien in das Gesamtsystem Elektromobilität einbinden. Für die Planung von Ladeinfrastruktur ist das relevant, auch wenn die Aufbereitung und Nutzung von Altbatterien bei spezialisierten Unternehmen liegt.
Smartes Laden dank Energiemanagement von be.storaged
EWE Go arbeitet in ausgewählten EWE Go und HOCHTIEF Ladeparks für das Deutschlandnetz mit einem intelligenten Energiemanagement-System von be.storaged. Das Unternehmen gehört ebenfalls zum Mutterkonzern EWE und stellt mit seiner Energiemanagement-Software „Okean” sicher, dass die verfügbare Netzleistung am jeweiligen Standort dynamisch und in Echtzeit auf mehrere Ladepunkte verteilt werden. Das verhindert eine Überlastung und gewährleistet eine effiziente Energienutzung. Durch die strategische Steuerung des Stromverbrauchs reduziert die Software hohe Ausschläge im Netz und senkt die Stromkosten durch die Minimierung von Lastspitzen. Das optimiert den Ladevorgang und schont in Kombination mit dem fahrzeugeignen Batteriemanagement auch die Batterie des Fahrzeugs.
„Dieses Zusammenspiel von leistungsstarker Hardware und intelligenter Software macht deutlich: Wir bei EWE Go sehen die Batterie nicht nur als Komponente im Fahrzeug, sondern als Teil eines größeren Energiesystems“, so Stefan Hansen, technischer Produktentwickler bei EWE Go. „Entscheidend ist, wie Speicher, Netze, erneuerbare Energien und Ladeinfrastruktur zusammenwirken. Nur dann funktioniert Elektromobilität zuverlässig – und bleibt zugleich möglichst klimafreundlich.“
Rohstoffe im Kreislauf halten
Nicht jede Batterie eignet sich für ein zweites Leben. Auch dann ist sie kein reiner Reststoff: In Recyclinganlagen werden Metalle wie Lithium, Nickel, Kobalt und Kupfer zurückgewonnen. Mindestens 90 Prozent der Materialien müssen heute laut EU-Vorgabe recycelt werden.1 Das soll den Bedarf an Primärrohstoffen senken und Umweltauswirkungen im Rohstoffabbau begrenzen. Je mehr Materialien im Kreislauf bleiben, desto besser fällt die CO₂- und Ressourcenbilanz über den Lebenszyklus hinweg aus – von der Herstellung über den Betrieb bis hin zur Batterienutzung am Ende.
„Viele stellen die Frage, ob ein E-Auto wirklich nachhaltiger ist als ein Verbrenner“, so Stefan Hansen weiter. „Die Antwort hängt nicht an einem einzelnen Parameter. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Batterieproduktion, Batterierecycling, Strommix und der Art, wie wir Ladeinfrastruktur planen und bauen. Erst in diesem Zusammenspiel entsteht ein stimmiges Bild.”
Blick nach vorn: Kreislaufdenken als Leitlinie
Alt-Akkus landen derzeit häufig im Zwischenlager, um für eine mögliche Zweitnutzung oder das Recycling vorbereitet zu werden. Parallel werden Prüfverfahren und Prozesse weiterentwickelt, um Batterien schneller bewerten und gezielter in den Kreislauf zurückführen zu können.
„Für uns ist Ladeinfrastruktur immer Teil eines größeren Ganzen“, fasst Stefan Hansen zusammen. „Je besser Batterien, Speicher, Netze, Hardware und erneuerbare Energien zusammenspielen, desto eher wird Elektromobilität zur echten Alternative im Alltag – nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis.“