Die Zukunft des Bewegtbildes

Insbesondere jüngere Leute gucken Serien lieber im Internet. Hierfür gibt es viele nachvollziehbare Gründe. In erster Linie haben deutsche TV-Sender die Entwicklung auf dem internationalen Fernsehmarkt verschlafen. Während der US-amerikanische und auch britische Markt inzwischen viel Geld in aufwendige Produktionen investiert, finden sie in Deutschland nur selten den Platz, den sie verdienen. Während „Die Sopranos“ in den USA regelmäßig bis zu 20 Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockten, wurde die Serie in Deutschland wegen des anhaltenden Quotentiefs abgesetzt. Doch dies lag nicht nur am mangelnden Interesse der Zuschauer. Vielmehr entschied das ZDF, die Serie Sonntagnacht auszustrahlen. Ähnlich erging es in neuerer Zeit auch den britischen Erfolgen „Luther“ und „Sherlock“. Die von vielen Kritikern als „beste Serie aller Zeiten titulierte“ Krimiserie „Breaking Bad“ lief sogar nur auf dem Spartensender ARTE.

Bei den Zuschauern bleibt der Wunsch, Serien und Filme sehen zu können, wann es ihnen passt. Auch ist ein größeres Interesse an Versionen im Originalton zu beobachten. All dies macht derzeit nur das Internet möglich. So schießen derzeit Video on Demand-Dienste aus dem Boden. Die Größten sind Maxdome, Amazon Prime, iTunes, Videoload und Watchever. Es folgen viele kleine Anbieter, die versuchen, auf dem immer noch nicht sonderlich umsatzstarken aber konstant wachsenden Markt Fuß zu fassen. Doch die vorhandenen Video on Demand-Angebote wissen bislang nicht zu überzeugen. Top-Filme und aktuelle Blockbuster sind aus Lizenzgründen Mangelware. Nur die wenigsten Filmfirmen sind bereit, die Filme vor dem endgültigen Ende der eigenen Verwertungskette zur Verfügung zu stellen. Einzig das Serienangebot kann bei einigen Anbietern überzeugen. Doch um sich auf dem Markt langfristig zu etablieren, müssen die Medienunternehmen Content bieten, der sich in großem Maße von dem der öffentlich-rechtlichen Mediatheken abhebt.

Um die Qualität der Video on Demand-Dienste zu verbessern, muss an mehreren Fronten gekämpft werden. Derzeit sind die Dienste noch zu günstig, um rentabel wirtschaften und sich exklusive Lizenzen kaufen zu können. Der teuerste Dienst am Markt ist derzeit Snap by Sky mit monatlich 9,90 Euro. So machte Watchever im vergangenen Geschäftsjahr satte 66 Millionen Euro Verlust, auch das Portal Videoload steckt in der Krise. Gleichzeitig müssen sich Filmfirmen den Anbietern öffnen und Lizenzen für aktuelle Filme vor der Free-TV-Ausstrahlung zur Verfügung stellen. Langfristig wird das Konzept von Online-Videotheken die klassischen DVDs ablösen und derzeit scheinen viele Unternehmen diesen Start zu verschlafen. Gleichzeitig unterstützen die Firmen unfreiwillig auch Raubkopierer, die aufgrund der Problematik weiterhin das größte und aktuellste Streamingangebot stellen können.